Depression und Schlaflosigkeit: Wege aus dem Teufelskreis

Eine Frau sitzt auf einem Bett und verbirgt ihr Gesicht in den verschränkten Armen.
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Schlafstörungen gehören zu den häufigsten Begleiterscheinungen bei Depressionen und sind mit bis zu 90% der Fälle eng verknüpft. Sie wirken nicht nur als Symptom, sondern können auch den Verlauf der Erkrankung beeinflussen – eine aktuelle Analyse zeigt, wie gezielte Therapien den Schlaf und depressive Symptome gleichzeitig verbessern können.

Schlafstörungen bei Depression: Mehr als nur ein Begleitsymptom

Bei Patient:innen mit Depressionen ist nicht nur der Schlaf-Wach-Rhythmus gestört, sondern auch die Schlafarchitektur verändert. Eine erhöhte Kortisolausschüttung, die dem normalen zirkadianen Rhythmus widerspricht, führt zu unterbrochenem Schlaf, reduziertem Tiefschlaf und erhöhter REM-Schlafdichte. Dieses Zusammenspiel kann einen selbstverstärkenden Kreislauf aus Müdigkeit, verlängerten Bettzeiten und weiter gestörtem Schlaf erzeugen.

Welches Antidepressivum passt zum Schlaf?

Antidepressiva wirken im Verlauf einer Behandlung meist schlaffördernd, jedoch beeinflussen sie Schlaf und Wachphasen gerade am Anfang der Medikation sehr unterschiedlich. Trizyklische Antidepressiva wie Trimipramin und Amitriptylin fördern den Schlaf, während Substanzen wie Bupropion den Schlaf negativ beeinflussen können. Die Wirkung auf die Schlafqualität ist deshalb ein wichtiges Kriterium bei der Therapiewahl.

Johanniskraut: Pflanzliche Hilfe für besseren Schlaf

Hochdosierter Johanniskraut-Extrakt (Laif®900, 900 mg) bewies in placebokontrollierten Studien bei leichten bis mittelschweren Depressionen eine deutliche Verbesserung der Schlafqualität, korrespondierend mit einer signifikanten Reduktion der depressiven Symptome (gemessen am HAMD-17-Score). Die positive Wirkung auf den Schlaf trat dabei parallel zur Besserung der Depression auf und spricht gegen einen rein sekundären Effekt.

Praktische Tipps: Schlafhygiene als Baustein der Behandlung

Neben medikamentösen Maßnahmen empfiehlt die Nationale Versorgungsleitlinie „Unipolare Depression“ Schulungen zur Schlafhygiene. Konkrete Empfehlungen umfassen einen festen Schlaf-Wach-Rhythmus mit begrenzter Bettzeit auf 7–8 Stunden, die Etablierung eines Einschlafrituals und eine angenehme Atmosphäre im Schlafzimmer. Körperliche Aktivität und der Verzicht auf Mittagsschlaf und koffeinhaltige Getränke am Nachmittag fördern erholsamen Schlaf ebenso wie das Vermeiden von Bildschirm- und Stressreizen vor dem Schlafengehen.

Fazit:

Schlafstörungen beeinflussen depressiven Krankheitsverlauf maßgeblich und eine differenzierte Therapie kann beides gleichzeitig verbessern. Die Kombination aus gezielter Antidepressiva-Auswahl, etwa mit schlaffördernden Wirkstoffen oder hochdosiertem Johanniskraut, sowie die Umsetzung bewährter Schlafhygienepraktiken bietet Betroffenen eine wirkungsvolle Hilfe aus dem Teufelskreis von Depression und Schlaflosigkeit.

Quellen:
  • Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF): S3-Leitlinie „Insomnie bei Erwachsenen“. 2024. Registernummer: 063-003. Version 2.0. https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/063-003 (abgerufen am 24.11.2025).
  • Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF): Nationale VersorgungsLeitlinie Unipolare Depression. 2022. Registernummer: nvl-005. Version 3.2. https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/nvl-005 (abgerufen am 24.11.2025).
  • Springer Medizin: Depressiv bedingte Schlafstörungen: Was hilft?. 2024. https://www.springermedizin.de/depressiv-bedingte-schlafstoerungen--was-hilft-/26992788 (abgerufen am 24.11.2025).
  • Chen, F. et al. (2024): The mediating role of sleep disturbance in the relationship between depression and cardiovascular disease. Front. Psychiatry. https://doi.org/10.3389/fpsyt.2024.1417179
  • Volz, H.-P. et al. (2018): Wirksamkeit des Johanniskrautextrakts STW3-VI – Eine Reanalyse gepoolter Daten zweier Placebo-kontrollierter Studien. Psychopharmakotherapie, 25:170–176. https://www.ppt-online.de/heftarchiv/2018/04/wirksamkeit-des-johanniskrautextrakts-stw3-vi-eine-reanalyse-gepoolter-daten-zweier-placebo-kontrollierter-studien.html
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