Corona: Psychosoziale Belastungen steigen dramatisch

Ein Frau kauft mit Mundschutz in einem Supermarkt ein
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Die Corona-Pandemie 2020 stellte einen enormen Stress-Test für die psychische Gesundheit dar. Die NAKO-Gesundheitsstudie (10.3238/arztebl.2020.0861) mit über 113.000 Teilnehmenden zeigte deutliche Zunahmen bei Stress- und Angstsymptomen in allen Altersgruppen, besonders ausgeprägt bei Frauen zwischen 30 und 39 Jahren. Moderat bis schwere depressive Symptome nahmen im Bevölkerungsdurchschnitt von 6,4 auf 8,8 Prozent zu. Die Studie nutzte dabei den Vergleich zu früheren Erhebungen aus den Jahren vor der Pandemie und dokumentierte damit eindeutige Verschlechterungen.

Depressive Patient:innen besonders betroffen

Noch gravierender sind die Auswirkungen auf Menschen mit bestehenden Depressionen. Das Deutschland-Barometer Depression der Deutschen Depressionshilfe befragte 5.178 Erkrankte zwischen 18 und 69 Jahren und fand heraus, dass drei Viertel dieser Gruppe durch den Wegfall einer stabilen Tagesstruktur besonders belastet sind. Längeres Liegenbleiben tagsüber, was bei rund der Hälfte beobachtet wurde, führt zu einem Teufelskreis: Erschöpfung stärkt die depressive Symptomatik weiter.

Während gut die Hälfte der Allgemeinbevölkerung positive Aspekte wie das bewusstere Erleben des Frühlings entdecken konnte, traf das nur auf 38% der depressiv Erkrankten zu. Behandlungsengpässe verschärften die Situation zusätzlich: Fast die Hälfte berichtete von abgesagten Terminen, 13% sagten aus Angst vor Ansteckung selbst Termine ab.

Konsequenzen für die Praxis – frühzeitig handeln

Die Daten zeigen, dass Depressionen und Angstsymptome auch in der Allgemeinbevölkerung während der Pandemie zugenommen haben, vor allem bei jüngeren Erwachsenen und Frauen. Daher ist es für medizinische Fachkräfte essenziell, bei allen Patient:innen gezielt nach der aktuellen psychischen Verfassung zu fragen – unabhängig vom Anlass der Konsultation. Nur so lassen sich Frühwarnzeichen erkennen und rechtzeitig intervenieren.

Telemedizin als Chance und Unterstützung

Insbesondere für solche Patient:innen, die ohnehin stärker belastet sind, stellen telemedizinische Angebote eine wichtige Option dar. Diese werden überwiegend positiv bewertet und gut angenommen. Aktuelle Informationen zur Umsetzung gibt es z.B. auf der Website der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) und bei der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN).

Frühes Handeln bei antidepressiver Therapie

Manchmal reicht eine psychotherapeutische Behandlung allein nicht aus oder ist nicht unmittelbar verfügbar. In solchen Fällen sollte eine antidepressive medikamentöse Therapie nicht zu lange hinausgezögert werden. Als Einstieg empfiehlt sich die Verordnung eines pflanzlichen Präparats wie hochdosiertem Johanniskrautextrakt (z.B. Laif®900), was den Patient:innen häufig den Therapiestart erleichtert.

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Quellen:
  • Deutsche Depressionshilfe: Deutschland-Barometer Depression 2020. https://www.deutsche-depressionshilfe.de/forschungszentrum/deutschland-barometer/2020
  • Peters, A. et al. (2020): The Impact of the COVID-19 Pandemic on Self-Reported Health. Dtsch Arztebl Int. DOI: 10.3238/arztebl.2020.0861
  • Springermedizin (2021): Depressionen im Lockdown: Zeit, zu handeln. 2020. https://www.springermedizin.de/depressionen-im-lockdown--zeit--zu-handeln/18789526 (abgerufen am 19.11.2025).
  • Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF): Nationale VersorgungsLeitlinie Unipolare Depression. 2022. Registernummer: nvl-005. Version 3.2. https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/nvl-005 (abgerufen am 19.11.2025).
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