Wundheilung nach Laser – wie Dexpanthenol den MMP3-Verlust kompensiert

Hautheilungsphase nach einer Gesichtsbehandlung mit Erbium-Laser. Junge Frau mit Hautproblemen. Behandlung von Eispickel-Narben. Tag 1.
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Direkt nach ablativen Laserbehandlungen ist eine rasche und komplikationsarme Regeneration der Haut entscheidend. Seit Langem ist bekannt, dass Bepanthen® Wund- und Heilsalbe mit Dexpanthenol die Heilung oberflächlicher Wunden unterstützt. Aktuelle experimentelle Daten aus 3D-Hautmodellen liefern nun Hinweise darauf, über welche molekularen Mechanismen – insbesondere über das Enzym MMP3 – diese wundheilungsfördernden Effekte vermittelt werden.

MMPs als Taktgeber der Wundheilung

Matrix-Metalloproteinasen (MMPs) sind Schlüsselenzyme in allen Phasen der Wundheilung. Sie regulieren unter anderem Granulation, Angiogenese und Reepithelisierung und steuern damit die Umstrukturierung des Gewebes nach einer Verletzung. Im Fokus der aktuellen Arbeiten der Aachener Forschungsgruppe steht MMP3, das insbesondere für die Kontraktion von Wunden relevant ist.

Bereits frühere Untersuchungen an 3D-Hautmodellen zeigten, dass die Behandlung mit einem ablativen fraktionierten CO₂-Laser oder einem nicht ablativen fraktionierten Erbium:Glass-Laser fünf Tage nach dem Eingriff zu einer reduzierten MMP3-Expression in der Haut führt. Diese Befunde werfen die Frage auf, inwieweit die durch Lasertherapie induzierte MMP3-Reduktion den Wundverschluss verzögern kann.

Dexpanthenol und Laserwunden: erste Hinweise aus dem Hautmodell

Weitere Untersuchungen an Hautmodellen deuteten darauf hin, dass Dexpanthenol die Wundheilung nach ablativer Laserbehandlung beschleunigen kann. Parallel dazu wurde eine erhöhte Expression von MMP3 beobachtet, wenn das Gewebe mit Dexpanthenol behandelt wurde.

Diese Beobachtung bildete die Grundlage für eine aktuelle Studie der Klinik für Dermatologie und Allergologie am Universitätsklinikum Aachen: Ziel war es, den Zusammenhang zwischen Dexpanthenol, MMP3-Expression und Wundverschluss systematisch zu analysieren. Die Ergebnisse wurden von Dr. Sebastian Huth im Rahmen eines Symposiums auf der 48. Jahrestagung der Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Forschung (ADF e. V.) vorgestellt.

MMP3-Knockdown verlangsamt den Wundverschluss

In der vorgestellten In‑vitro-Studie wurde zunächst die Rolle von MMP3 in der Wundheilung untersucht. Dazu kamen 3D-Hautmodelle zum Einsatz, bei denen die Expression von MMP3 experimentell reduziert wurde (MMP3-Knockdown).

Nach laserinduzierter Verletzung zeigte sich ein klares Bild: Modelle mit herabgesetzter MMP3-Expression wiesen einen verzögerten Wundverschluss auf, während MMP3-exprimierende Modelle die Wunde schneller kontrahierten. Begleitend fanden sich unter MMP3-Knockdown erhöhte Spiegel von Zytokinen, Chemokinen und antimikrobiellen Peptiden, während für die Wundheilung zentrale Gene weniger stark exprimiert wurden. Dies unterstreicht die Bedeutung eines fein ausbalancierten MMP3-Niveaus für die geordnete Wundheilung.

Calciumpantothenat und Dexpanthenol: Beschleunigter Verschluss trotz Laser

In einem weiteren Schritt wurden 3D-Vollhautmodelle mit und ohne MMP3-Knockdown mit einem ablativen Er:YAG-Laser standardisiert verletzt. Anschließend erhielten einige Modelle eine Nachbehandlung mit Calciumpantothenat, einem Salz der Pantothensäure, während andere als unbehandelte Kontrollen dienten.

Die Auswertung zeigte: In Modellen mit erhaltener MMP3-Expression führte die Zugabe von Calciumpantothenat zu einem deutlich schnelleren Wundverschluss als in den MMP3-Knockdown-Modellen. Diese Daten deuten darauf hin, dass pantothensäurebasierte Substanzen wie Dexpanthenol ihre wundheilungsfördernde Wirkung zumindest teilweise darüber entfalten, dass sie die Funktion von MMP3 unterstützen oder dessen Defizit nach Laserbehandlung kompensieren.

Bepanthen® Wund- und Heilsalbe: bekannte Klinik, neue Mechanismen

Klinisch wird Bepanthen® Wund- und Heilsalbe seit vielen Jahren zur Unterstützung der Heilung oberflächlicher Hautschäden eingesetzt. Die jetzt präsentierten In‑vitro-Daten ergänzen dieses Bild um eine wichtige mechanistische Komponente: Erstmals konnte gezeigt werden, dass die wundheilungsfördernde Wirkung von Dexpanthenol zumindest teilweise über MMP3 vermittelt wird.

Darüber hinaus lassen sich weitere Effekte auf molekularer Ebene nachweisen, etwa Veränderungen an der Hämoxygenase HMOX1. Damit fügt sich Dexpanthenol in das komplexe Netzwerk aus Enzymen, Zytokinen und strukturellen Komponenten ein, das den Heilungsverlauf nach laserbedingten Hautverletzungen steuert.

Bedeutung für die Praxis: Optimierte Nachsorge nach Laser

Für die dermatologische Praxis legen diese Daten nahe, dass eine gezielte Nachbehandlung laserinduzierter Wunden mit Dexpanthenol-haltigen Produkten sinnvoll sein kann, um den Wundverschluss zu beschleunigen und potenzielle Verzögerungen durch reduzierte MMP3-Expression auszugleichen.

Quellen:
  • Satelliten-Symposium „Molecular effects of Dexpanthenol in wound healing after medical or aesthetic laser applications – insights from 3D skin models“ am 24. Februar 2022 im Rahmen der 48. Jahrestagung der Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Forschung (ADF e.V.).
  • Springer Medizin: ADF-Jahrestagung: So fördert Bepanthen® Wund- und Heilsalbe die Wundheilung. 2022. https://www.springermedizin.de/adf-jahrestagung/20203446 (abgerufen am 30.12.2025).
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