Natürlich stark gegen Depressionen
Immer mehr Patient:innen wünschen sich bei leichten und mittelschweren Depressionen pflanzliche Therapieoptionen. Eine aktuelle klinische und versorgungsbezogene Forschung bestätigt nun eindrucksvoll: Hochdosierte Johanniskrautpräparate wie Laif®900 können in ihrer Wirksamkeit mit gängigen chemischen Antidepressiva mithalten – zeigen dabei aber eine deutlich bessere Verträglichkeit und höhere Therapietreue (DOI: 10.1055/s-2006-931544).
Klinischer Vergleich: Pflanze auf Augenhöhe mit Citalopram
In einer großen, randomisierten und doppelblinden Multicenter-Studie mit Patient:innen, die an mittelschwerer Depression litten (ICD-10 F32.1, F33.1), wurde der Johanniskrautextrakt STW3-VI (900 mg/Tag) direkt mit Citalopram (20 mg/Tag) verglichen. Nach sechs Wochen zeigte sich kein signifikanter Unterschied in der Wirksamkeit – das pflanzliche Präparat war nicht unterlegen.
Auch die anschließende Versorgungsforschungsstudie über sechs Monate bestätigte unter realen Praxisbedingungen diese Wirkung. Der Schweregrad der depressiven Symptome, gemessen mit dem Quick Inventory of Depressive Symptomatology (QIDS), sank im Schnitt um 8,8 Punkte unter Johanniskraut gegenüber 9,7 Punkten unter SSRI. Zugleich bewerteten 86,1 % der Patient:innen in der Johanniskraut-Gruppe die Wirksamkeit als „sehr gut“ oder „gut“.
Überzeugendes Verträglichkeitsprofil
Was Johanniskraut besonders attraktiv macht: das überlegene Nebenwirkungsprofil. Sechs Monate nach Therapiebeginn stuften Ärzt:innen die Verträglichkeit in 97 % der Fälle als sehr gut oder gut ein, Patient:innen selbst bewerteten diese zu 94,6 % positiv.
Während unter chemischen Antidepressiva häufig Gewichtszunahme, sexuelle Funktionsstörungen oder QT-Zeit-Verlängerungen auftreten, sind diese unter Johanniskraut-Präparaten nicht zu erwarten. Gelegentlich können jedoch Magen-Darm-Beschwerden, Müdigkeit oder leichte Hautreaktionen vorkommen. Eine kombinierte Sonnenexposition sollte vermieden, der Alltag muss aber nicht eingeschränkt werden.
Compliance steigt – Therapieabbrüche sinken
Ein weiterer Vorteil des pflanzlichen Antidepressivums liegt in der hohen Compliance. Ärzt:innen bewerteten die Therapietreue unter Johanniskraut bei 94,3 % der Patient:innen als sehr gut oder gut, verglichen mit 85,6 % unter SSRI. Insbesondere die einfache Einnahme – einmal täglich 900 mg – und das gute Verträglichkeitsprofil fördern die langfristige Akzeptanz der Behandlung.
Wirtschaftlich wirksam: Kostenvergleich
Dass pflanzliche Behandlung nicht nur medizinisch, sondern auch ökonomisch sinnvoll ist, zeigen Kostenauswertungen. Die direkten Kosten pro Patient:in lagen bei Johanniskraut-Therapie bei 541,44 €, bei SSRI bei 689,27 €. Auch die indirekten Kosten – etwa durch Arbeitsunfähigkeit oder Frühverrentung – waren mit 549,44 € gegenüber 792,09 € deutlich geringer. Damit bietet Laif®900 ein günstigeres Kosten-Nutzen-Verhältnis bei vergleichbarer Effektivität.
Wiederaufnahmehemmung von Neurotransmittern:
Das Extrakt hemmt im synaptischen Spalt die Rückaufnahme von Serotonin, Noradrenalin und Dopamin. Das sorgt für verlängerte Signalübertragung und gleicht neuronale Dysbalancen aus – ähnlich wie synthetische Reuptake-Inhibitoren, aber mit milderer Eingriffstiefe und weniger Nebenwirkungen.
Normalisierung der Stressachse (HPA-Achse):
Chronischer Stress führt über ACTH- und Kortisol-Ausschüttungen zu Überaktivität der HPA-Achse. Johanniskrautextrakt senkte in Tiermodellen beide Stresshormonspiegel und reduzierte die Expression des kortisolregulierten FKBP5-Gens – ein Beleg für reduzierte neuronale Belastung.
Minderung neuroinflammatorischer Prozesse:
Die pflanzlichen Inhaltsstoffe senkten in Laboruntersuchungen erhöhte Spiegel der Entzündungsmarker TNF‑α und IL‑6 und förderten gleichzeitig neuronale Regeneration, insbesondere im Hippocampus. Diese Effekte unterstützen Neuroplastizität und Zellreparatur – entscheidende Faktoren für langfristige Stabilisierung bei Depressionen.
Leitlinienempfehlung und Einordnung
Die Nationale Versorgungsleitlinie Unipolare Depression empfiehlt hochdosierte Johanniskrautextrakte als mögliche Initialtherapie bei leichten und mittelschweren Depressionen. Zugelassen sind hierfür ausschließlich standardisierte, klinisch geprüfte Präparate wie Laif®900. OTC-Produkte aus der Apotheke können bei leichten Verstimmungen helfen, Drogerieprodukte hingegen besitzen meist keine geprüfte Wirksamkeit.
„Man hat aber bis heute noch nicht wissenschaftlich nachgewiesen, ob Johanniskraut depressiven Kindern und Jugendlichen wirklich hilft, während seine Wirkung bei Depressionen von Erwachsenen vergleichsweise gut erforscht und auch bestätigt ist“, erklärt PD Dr. Michael Kölch, leitender Oberarzt am Universitätsklinikum für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie Ulm.
Interaktionen: Reale Risiken kennen
Ein häufig diskutiertes Thema sind mögliche Wechselwirkungen. Johanniskraut induziert das Enzym CYP3A4, wodurch parallel verabreichte Medikamente schneller abgebaut werden können. Klinisch relevant ist dieses Risiko vor allem bei Wirkstoffen mit enger therapeutischer Breite – etwa Immunsuppressiva, Zytostatika oder Virustatika. Bei den meisten Arzneien lässt sich eine eventuelle Dosisanpassung vornehmen, sodass Patient:innen sicher profitieren können. Vorsicht gilt auch bei hormonellen Kontrazeptiva: Der Empfängnisschutz kann vermindert sein, daher sind zusätzliche Maßnahmen empfehlenswert.
Pflanzliche Perspektive mit wissenschaftlicher Basis
Johanniskraut hat sich längst von seinem Image als bloßes „Heilkraut“ gelöst. Die kombinierte Evidenz aus randomisierten Studien, Versorgungsforschung und biochemischer Mechanismenforschung zeigt: Hochdosierte Präparate wie Laif®900 sind eine wirksame, verträgliche und wirtschaftliche Option bei mittelschweren Depressionen – wissenschaftlich fundiert, medizinisch wirksam und für viele Patient:innen eine echte Alternative.
Auch interessant:
Quellen:
- Gastpar, M. et al. (2006): Comparative Efficacy and Safety of a Once-Daily Dosage of Hypericum Extract STW3-VI and Citalopram in Patients with Moderate Depression: A Double-Blind, Randomised, Multicentre, Placebo-Controlled Study. Pharmacopsychiatry. DOI: 10.1055/s-2006-931544
- Kresimon, J. et al. (2012): Versorgung von Patienten mit mittelschwerer Depression unter Therapie mit Hypericum-Extrakt STW3-VI im Vergleich zu selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmern (SSRI) im Praxisalltag. Gesundheitsökonomie & Qualitätsmanagement. DOI: 10.1055/s-0031-1299123
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- Springer Medizin: Johanniskraut-Extrakt bei Depressionen: Aus der Apotheke oder der Drogerie? 2023. https://www.springermedizin.de/johanniskraut-extrakt-bei-depressionen/25371126 (abgerufen am 11.12.2025).
- Springer Medizin: Johanniskraut-Extrakt mit Weitblick verordnen. 2021. https://www.springermedizin.de/johanniskraut-extrakt-mit-weitblick-verordnen/18733256 (abgerufen am 11.12.2025).
- Springer Medizin: So adressiert Johanniskrautextrakt 3 wesentliche Pathomechanismen der Depression. 2022. https://www.springermedizin.de/so-adressiert-johanniskrautextrakt-pathomechanismen-depression/19112638 (abgerufen am 11.12.2025).
- Universitätsklinikum Ulm: Johanniskraut – die sanfte Alternative bei Depression? 2011. https://www.uniklinik-ulm.de/aktuelles/detailansicht/johanniskraut-die-sanfte-alternative-bei-depression.html (abgerufen am 11.12.2025).
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