30 Antidepressiva enttarnt: Johanniskrautextrakt rückt ins Rampenlicht
Eine aktuelle Metaanalyse (DOI: 10.1016/S0140-6736(25)01293-0) rüttelt an Gewissheiten in der Depressionsbehandlung: Bei über 58.000 Patient:innen zeigen 30 gängige Antidepressiva stark unterschiedliche Belastungen für Körper und Psyche. Forschende um Dr. Toby Pillinger vom King’s College London haben in The Lancet erstmals systematisch 30 Antidepressiva unter die Lupe genommen.Plötzlich steht ein pflanzliches Mittel im Fokus. Die Studie beleuchtet Risiken für Gewicht, Stoffwechsel, Herz-Kreislauf sowie sexuelle Funktion. Selbst nach acht Wochen Therapie zeichnen sich klare Muster ab – trizyklische Mittel wie Amitriptylin und Maprotilin führen die Risikoliste an.
Durchbruch aus London: Die große Nebenwirkungsanalyse
Die tabellarische Übersicht in der Publikation erlaubt erstmals einen präzisen Vergleich: Maprotilin verursacht im Vergleich zum Placebo fast 50 Prozent Wahrscheinlichkeit für eine klinisch bedeutsame Gewichtszunahme. Ähnlich belastend wirken sich Fettstoffwechselstörungen, Blutdruckanstiege und Libidoverluste aus. Im Kontrast: Agomelatin und Bupropion fallen milder aus, bergen aber Risiken wie Leberbelastung oder innere Unruhe. Die Ergebnisse machen klar, warum Nebenwirkungen oft Therapien scheitern lassen.
Individuelle Auswahl statt Standardtherapie
In der Praxis fordert dies eine individuelle Auswahl des Ausgangsmedikaments bei depressiven Störungen: Biologische, metabolische und psychische Risikofaktoren müssen sorgfältig abgewogen und interdisziplinär evaluiert werden. Die Autor:innen sehen im Online-Tool Psymatik ein hilfreiches Instrument, das die Entscheidung anhand von Nebenwirkungsprofilen und Vorerkrankungen vereinfachen könnte.
Medienberichte verdeutlichen: Nebenwirkungen bewegen Betroffene oft dazu, antidepressive Therapien abzulehnen oder eigenständig zu beenden – was die Behandlungstreue massiv stört. Daraus folgt die Notwendigkeit offener, fortlaufender Gespräche zwischen Ärzt:innen und Patient:innen sowie einer langfristigen Betreuung. Nur so lassen sich Abbrüche und eine Chronifizierung verhindern; eine präzise, personalisierte Risikobewertung ist hier entscheidend. Genau hier gewinnt Johanniskrautextrakt als pflanzliche Option an Relevanz
Johanniskrautextrakt: Der Vergessene Star unter den Antidepressiva
Johanniskrautextrakt (Hypericum perforatum) bleibt in Medien und Forschung vergleichsweise unbeachtet. Oft fehlt er in Übersichtsarbeiten und Metaanalysen zu Antidepressiva – obwohl Leitlinien und zahlreiche klinische Studien seine Wirksamkeit sowie Verträglichkeit bei leichten bis mittelgradigen Depressionen eindeutig bestätigen. Direkte Vergleiche zeigen: Der pflanzliche Wirkstoff wirkt genauso stark wie synthetische Optionen, etwa SSRIs wie Citalopram. Laif® 900 als standardisierter Extrakt (900 mg/Tag) reguliert nachweislich Dopamin, Noradrenalin und Serotonin ausgewogen, ohne einseitig in Botenstoffsysteme einzugreifen. Folge: ein Nebenwirkungsprofil, das dem von Placebo nahekommt.
Die nationale Versorgungsleitlinie unipolare Depression empfiehlt es als Initialoption bei medikamentöser Notwendigkeit – vor allem, wenn synthetische Mittel kontraindiziert sind. Hochdosierte, zugelassene Präparate wie Laif® 900 sind verschreibungspflichtig und GKV erstattungsfähig. Ideal für Patient:innen mit Stoffwechselstörungen, Herzproblemen oder Vorerkrankungen.
Laif® 900 überzeugt durch:
- Günstiges Nebenwirkungsprofil
- Top-Verträglichkeit ohne metabolische, kardiale oder sexuelle Risiken
- Hohe Akzeptanz und Langzeit-Treue in der Praxis
Fazit: Pflanzlich als smarte Ergänzung
Die Metaanalyse unterstreicht: Nebenwirkungen dominieren Therapieentscheidungen. Johanniskrautextrakt bietet evidenzbasiertes Pendant – wirksam, verträglich, patientenfreundlich. Ärzt:innen sollten Komorbiditäten, Begleitmedikation und Präferenzen einbeziehen. So gelingt evidenzbasierte, praxisnahe Versorgung.
Auch interessant: Große Analyse zu Johanniskrautextrakten
In einer Metaanalyse des Cochrane-Netzwerks aus dem Jahr 2008 wurde die Wirksamkeit von Johanniskrautextrakten bei Depressionen unter die Lupe genommen. Erfahren Sie mehr!
Quellen:
- Pillinger, T., et al. (2025). The effects of antidepressants on cardiometabolic and other physiological parameters: a systematic review and network meta‑analysis. The Lancet. DOI: 10.1016/S0140‑6736(25)01293‑0. https://www.thelancet.com/journals/lancet/article/PIIS0140-6736(25)01293-0/fulltext
- Zhao, D., et al. (2023). The efficacy and safety of St. John's wort extract in depression therapy compared to SSRIs in adults: A meta-analysis of randomized clinical trials. Advances in Clinical and Experimental Medicine, 32(2), 151‑161. DOI: 10.17219/acem/152942.2023
- Nationale VersorgungsLeitlinie (NVL) Unipolare Depression, Version 3.0. (2023). Ärztliches Zentrum für Qualität in der Medizin (ÄZQ), Berlin. https://www.leitlinien.de/depression
- Linde, K., et al. (2015). St. John’s wort for major depression. Cochrane Database of Systematic Reviews, 2015(8), CD000448. https://doi.org/10.1002/14651858.CD000448.pub3
- Barnes, J., Anderson, L. A., & Phillipson, J. D. (2001). St John's wort (Hypericum perforatum): a systematic review of adverse effects and drug interactions for the clinical and general population. British Journal of Clinical Pharmacology, 52(4), 363‑379. https://doi.org/10.1046/j.1365-2125.2001.01496.x
- Springer Medizin (2025): 30 Antidepressiva im Nebenwirkungscheck: Neue Aufmerksamkeit für Johanniskrautextrakt. https://www.springermedizin.de/30-antidepressiva-im-nebenwirkungscheck/51730652 (abgerufen am 17.02.2026)
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