Wie Depression die Fahrtüchtigkeit im Alter beeinflusst
Obwohl riskantes Fahrverhalten meist jungen Männern mit hoher Testosteronkonzentration zugeschrieben wird, zeigen neuere Untersuchungen ("Driving Real-World In-Vehicle Evaluation System" - DRIVES), dass besonders ältere Menschen mit Depressionen eine gefährliche Fahrweise an den Tag legen können. Physiologische Veränderungen wie verlangsamte Reaktionszeiten und nachlassende Sinnesleistungen erhöhen generell das Unfallrisiko im Alter. Medikamente und psychische Erkrankungen wie Depressionen verstärken diese Risiken zusätzlich, da sie kognitive Funktionen wie Aufmerksamkeit, Gedächtnis und exekutive Fähigkeiten beeinträchtigen.
Logistische Fahrzeugevaluierung mit elektronischer Fahrdatenaufzeichnung
Das US-amerikanische Forschungsprojekt „Driving Real-World In-Vehicle Evaluation System“ (DRIVES) der Universität St. Louis untersuchte das Fahrverhalten von Senior:innen mit und ohne depressive Symptomatik mithilfe eines elektronischen Fahrtenschreibers. Dieses Gerät zeichnet Fahrtstrecken, Geschwindigkeiten, Brems- und Lenkmuster sowie Kurvendynamik über einen Zeitraum von 30 Monaten auf.
Doppelte Häufigkeit von riskanten Manövern
In die Studie wurden 395 Personen über 65 Jahre einbezogen, davon waren 85 Teilnehmende (22 %) mit einer Depression diagnostiziert oder wiesen signifikante depressive Symptome auf. Zu Studienbeginn unterschied sich das Fahrverhalten der beiden Gruppen kaum. Im Verlauf der Untersuchung zeigte sich bei den älteren Fahrenden mit Depressionen ein deutlich riskanteres Verhalten im Straßenverkehr. So traten Vollbremsungen bei ihnen doppelt so häufig auf wie bei Senioren ohne Depression – mit 12 Vollbremsungen im Vergleich zu 6 pro 1000 Fahrten. Außerdem fuhren die depressiven Teilnehmer häufiger zu schnell in Kurven, gemessen an einer lateralen Beschleunigung von über 0,4 g, wobei dieser Wert bei ihnen 0,8-mal pro Fahrt erreicht wurde im Vergleich zu 0,6-mal bei nicht-depressiven Fahrenden. Zusätzlich überschritten sie öfter die erlaubten Geschwindigkeitsgrenzen, was insgesamt auf eine riskantere Fahrweise hindeutet.
Mehr Zeit auf der Straße bei weniger Fahrten
Interessanterweise unternahmen depressive Teilnehmende im Studienverlauf weniger Fahrten insgesamt, verbrachten jedoch länger Zeit am Steuer und steuerten vielfältigere Ziele an. Das Fahrverhalten wirkte zudem unregelmäßiger und weniger geplant, was auf eine verminderte kognitive Kontrolle schließen lässt. Trotz der höheren Medikamentenzahl und Begleiterkrankungen bei depressiven Senior:innen blieben die Unterschiede im Fahrverhalten statistisch signifikant, was die Bedeutung der psychischen Verfassung als Einflussfaktor betont.
Relevanz für Verkehrssicherheit und Prävention
Die Ergebnisse unterstreichen eine gefährliche Wechselwirkung zwischen Alter und Depression im Verkehrsalltag. Mit der Zeit nehmen riskante Fahrmanöver zu, was die Verkehrssicherheit beeinträchtigen kann. Die Autor:innen der Studie empfehlen, das Fahrverhalten bei älteren Menschen mit Depression gezielt zu beobachten und geeignete Maßnahmen zu entwickeln, um das Unfallrisiko zu minimieren. Dies ist insbesondere wegen der zunehmenden Zahl älterer Fahrer:innen in der Bevölkerung von hoher gesellschaftlicher Relevanz.
Auch interessant:
Quellen:
- Springermedizin (2025): Depressive Senioren fahren besonders riskant. 2025. https://www.springermedizin.de/altersdepression/depressive-stoerungen/depressive-senioren-fahren-besonders-riskant/50468828 (abgerufen am 19.11.2025).
- Springermedizin (2025): Depressionen im Alter verleiten zu risikoreichem Fahrverhalten. 2025. https://www.springermedizin.de/depressionen-im-alter-verleiten-zu-risikoreichem-fahrverhalten/50677138 (abgerufen am 19.11.2025).
Ein klarer Herbsttag: der junge Pilot Markus Schneider* steuert seinen Cessna 172 über die Alpen, als plötzlich der Motor versagte. Nur knapp gelang ihm eine Notlandung auf einer Bergwiese. Der US-Luftfahrtexperte Paul Craig beschreibt in seinem Buch „The Killing Zone“ das als tödlichste Phase einer Pilotenkarriere.
Neue Studiendaten belegen: TLC-NOSF-Wundverbände fördern bei über 2.000 Patient:innen mit chronischen Wunden signifikant die Heilung – auch in der ambulanten Versorgung.