Wirksamkeit von Johanniskraut im Vergleich zu klassischen Antidepressiva

Ein Regal mit Gläsern, in denen Johanniskraut aufbewahrt wird
© KI-generiert (Adobe Firefly)

Vergleich der Wirksamkeit

Die „Nationale VersorgungsLeitlinie Unipolare Depression“ hebt hervor, dass Johanniskraut in klinischen Studien bei leichten bis mittelschweren Depressionen eine vergleichbare Wirksamkeit zu synthetischen Antidepressiva wie Fluoxetin, Sertralin oder Citalopram zeigt [1, S. 44]. In einer Meta-Analyse, die über 20 Studien mit mehr als 3.000 Patient:innen einschloss, zeigte sich, dass Johanniskraut in seiner Wirksamkeit den SSRIs in nichts nachsteht, jedoch weniger häufig zu Nebenwirkungen führt [1, S. 47].

Nebenwirkungen und Verträglichkeit

Während synthetische Antidepressiva häufig Nebenwirkungen wie sexuelle Funktionsstörungen, Gewichtszunahme oder Müdigkeit verursachen, sind die Nebenwirkungen von Johanniskraut meist milder oder treten nicht auf. Häufig treten lediglich gastrointestinale Beschwerden oder leichte Hautreaktionen bei erhöhter Sonnenempfindlichkeit auf [1, S. 50].

Einsatzgebiete und Grenzen

Die Leitlinie empfiehlt hochdosiertes Johanniskraut insbesondere für Patient:innen, die eine natürliche pflanzliche Behandlungsoption bevorzugen oder bei denen chemische Antidepressiva aufgrund von Unverträglichkeiten nicht infrage kommen. Allerdings sollte Johanniskraut bei schweren Depressionen nicht als Monotherapie eingesetzt werden, da die Studienlage hier keine ausreichende Wirksamkeit bestätigt [1, S. 52].

Fazit

Hochdosiertes Johanniskraut bietet bei leichten bis mittelschweren Depressionen eine wirksame und gut verträgliche Alternative zu synthetischen Antidepressiva. Besonders die geringere Nebenwirkungsrate und die gute Akzeptanz bei Patient:innen sprechen für den Einsatz dieses pflanzlichen Präparats [1, S. 44, 47, 50, 52].

Quellen:

1] Nationale VersorgungsLeitlinie Unipolare Depression, S. 44, 47, 50, 52.

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