Planetare Gesundheit: Neues Projekt für Pflege und Klimawandel
Die Verbindung von Planetarer Gesundheit und Klimawandel steht im Zentrum eines neuen Modellprojekts zur Gesundheitsförderung älterer Menschen. Ziel der Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen (BAGSO) ist es, gesundheitliche Prävention und ökologische Nachhaltigkeit gemeinsam in Kommunen zu stärken. Das Kooperationsprojekt „Gemeinsam für Pflege und Planetare Gesundheit“ soll bis September in fünf ausgewählten Pilotkommunen beginnen
Adressiert werden steigende gesundheitliche Belastungen durch Hitze, Luftverschmutzung und Extremwetter. Besonders ältere und pflegebedürftige Menschen gelten als vulnerable Gruppe, deren Lebensumfeld stärker geschützt werden soll.
Was bedeutet Planetare Gesundheit im Kontext von Pflege?
Planetare Gesundheit beschreibt die enge Verknüpfung zwischen menschlicher Gesundheit und Umweltbedingungen. Das Konzept betont, dass Faktoren wie Luftqualität, Klima und Lebensräume direkten Einfluss auf das Wohlbefinden haben.
Im Kontext von Pflege bedeutet dies, Gesundheitsförderung nicht isoliert zu betrachten, sondern Umweltaspekte einzubeziehen. Saubere Luft sowie Zugang zu Grün- und Erholungsflächen gelten als zentrale Voraussetzungen für gesundes Altern. Gleichzeitig erhöhen Umweltbelastungen wie Hitze, Lärm oder Luftverschmutzung das Risiko für gesundheitliche Probleme.
Wie ist das Projekt zur Gesundheitsförderung aufgebaut?
Das Projekt „Gemeinsam für Pflege und Planetare Gesundheit“ wird in fünf ausgewählten Kommunen umgesetzt. Ziel ist die Entwicklung übertragbarer Maßnahmen für Prävention und Klimaresilienz.
Der Ablauf orientiert sich an einem strukturierten Vorgehen:
- Auswahl von Modellkommunen aus 60 Bewerbungen
- Analyse der lokalen Bedarfe durch Akteur:innen aus Politik, Pflege, Umwelt und Gesundheit
- Entwicklung praxisnaher Maßnahmen vor Ort
- Qualifizierung von Multiplikator:innen durch Schulungen und Beratungsangebote bis 2028
Übertragung erfolgreicher Ansätze auf weitere Kommunen:
- Kreis Berchtesgadener Land (Bayern)
- Kreis Südwestpfalz (Rheinland-Pfalz)
- Stadt Wolfenbüttel (Niedersachsen)
- Stadt Neu-Isenburg (Hessen)
- Gemeinde Horgenzell (Baden-Württemberg)
Zusätzlich wird das Projekt in sechs Tagespflegeeinrichtungen in Ostdeutschland umgesetzt.
Welche Handlungsfelder stehen im Fokus der Prävention?
| Thema | Ziel | Bezug zu Klimaresilienz |
|---|---|---|
| Hitzeschutz | Vermeidung gesundheitlicher Risiken | Anpassung an steigende Temperaturen |
| Ernährung | Verbesserung der Gesundheit | Nachhaltige Ressourcennutzung |
| Bewegung | Förderung körperlicher Fitness | Nutzung umweltfreundlicher Mobilität |
| Mentale Gesundheit | Stabilisierung psychischer Gesundheit | Umgang mit Klimabelastungen |
Welche Rolle spielen Kommunen und lokale Akteur:innen?
Kommunen sind zentrale Umsetzungsebenen für Maßnahmen der Gesundheitsförderung und Klimaresilienz. Sie koordinieren lokale Akteur:innen und passen Strategien an spezifische Bedarfe an.
Beteiligt sind Akteur:innen aus verschiedenen Bereichen:
- Politik und Verwaltung
- Pflege und Seniorenarbeit
- Gesundheitswesen
- Umwelt- und Sozialsektor
Diese Zusammenarbeit ermöglicht praxisnahe Lösungen, die direkt im Alltag älterer Menschen wirken. Multiplikator:innen tragen die entwickelten Ansätze weiter und sichern die langfristige Umsetzung.
Welche Perspektiven bietet das Projekt für Gesundheitsförderung?
Das Projekt zeigt, dass Gesundheitsförderung und Klimaanpassung gemeinsam gedacht werden müssen. Es schafft Modelle, die langfristig in weiteren Kommunen angewendet werden können.
Bis 2028 sollen konkrete Maßnahmen entwickelt, getestet und verbreitet werden. Der Fokus liegt darauf, nachhaltige Strukturen aufzubauen, die sowohl die Gesundheit älterer Menschen als auch ökologische Ziele stärken. Gleichzeitig bleibt offen, wie effektiv die Übertragbarkeit auf unterschiedliche regionale Bedingungen ist. Die Initiative verdeutlicht, dass Prävention im Klimawandel neue Ansätze erfordert. Besonders die Verbindung von Pflege, Umwelt und sozialer Infrastruktur wird künftig an Bedeutung gewinnen.
Häufige Fragen: FAQ
Wer setzt das Projekt um?
Das Projekt wird von der Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen gemeinsam mit der Deutschen Allianz Klimawandel und Gesundheit und dem Volkssolidarität Bundesverband durchgeführt. Gefördert wird es von der Barmer.
Was ist das Ziel des Projekts „Planetare Gesundheit“?
Das Ziel ist die Verbindung von Gesundheitsförderung, Prävention und Klimaresilienz für ältere Menschen. Maßnahmen sollen sowohl die Gesundheit verbessern als auch ökologische Nachhaltigkeit fördern. Dabei stehen Kommunen als zentrale Umsetzungsebene im Fokus.
Warum sind ältere Menschen besonders betroffen?
Ältere Menschen reagieren empfindlicher auf klimabedingte Belastungen wie Hitze oder Luftverschmutzung. Gleichzeitig sind sie häufiger auf Pflege und stabile Lebensbedingungen angewiesen. Dadurch steigt ihr Gesundheitsrisiko bei Umweltveränderungen.
Welche Maßnahmen werden konkret entwickelt?
Es werden Maßnahmen zu Hitzeschutz, Ernährung, Bewegung und mentaler Gesundheit entwickelt. Diese sollen alltagsnah und praxisorientiert sein. Ziel ist eine direkte Verbesserung der Lebensqualität.
Wie lange läuft das Projekt?
Die Qualifizierungs- und Umsetzungsphase ist bis 2028 angelegt. In dieser Zeit werden Maßnahmen entwickelt und getestet. Anschließend sollen erfolgreiche Ansätze verbreitet werden.
Quellen:
- Deutsches Ärzteblatt (2026): Projekt soll Gesundheit und Klimaresilienz älterer Menschen stärken. https://www.aerzteblatt.de/search/result/f468fa23-1c49-4f5d-a434-cbf101be64d8?q=Umwelt
- BAGSO (2026): Gemeinsam für Pflege & Planetare Gesundheit. https://www.bagso.de/themen/gesundheit/praevention/gemeinsam-fuer-pflege-planetare-gesundheit/
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